Beatrice Binder klein

 

1. Wie setzt sich die Kirche im Industriequartier fürs Quartierleben ein?

Neben unserer kirchlichen Arbeit und unseren Veranstaltungen haben wir auch zusammen mit Quartierbewohnerinnen und –Bewohnern die Nachbarschaftshilfe im Kreis 5 ins Leben gerufen. Interessierte erfahren auf unserer Homepage http://nachbarschaftkreis5.ch/ mehr darüber.

2. Was wünschen Sie sich für die Zukunft im Quartier?

Es fehlt an günstigem oder bezahlbarem Wohnraum – unabhängig von genossenschaftlichen Strukturen. Ausserdem wünschen wir uns mehr Quartiercharakter, mehr nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Die Soziale Kontrolle ist nicht nur negativ. Es würde Zürich West freundlicher und lebenswerter machen, wenn jeder etwas mehr zum Anderen schaut.

3. Wie und wann sind Sie das erste Mal mit Zürich West in Berührung gekommen.

Das war in den Achtziger-Jahren zu den Platzspitz Zeiten. Ich wohnte damals mit meiner Familie in der Nähe vom Irchel, und die Drogenszene zog sich damals bis zum Milchbuck herauf. Seit Februar 2014 bin ich nun Sozial-Diakonin in der reformierten Johanneskirche

4. Wie hat sich Zürich West verändert?

Zürich West war schon immer ein linkes Arbeiterquartier nun ist intellektueller, sauberer und bürgerlicher geworden. Es hat mehr Leute mit Geld hier. Die Quartieroriginale verschwinden langsam aus dem Strassenbild. Sie sind weggezogen oder weilen im Altersheim.