Philipp Schnyder von Wartensee, Festivalleiter m4music beim Migros-Kulturprozent

Philipp-Schnyder

Mit Rückblick auf das diesjährige m4music: Sind Sie zufrieden?

Sehr zufrieden! Wir haben die 20. Ausgabe von m4music zusammen mit rund 6‘500 Besuchern gefeiert, davon etwa 1000 „Professionals“ aus dem Musik-Business. Es gab viel zu entdecken: Im Konzertprogramm mit 50 Bands, davon rund 30 aus der Schweiz, in der Demotape-Clinic – unserem Nachwuchswettbewerb – mit spannenden Newcomern wie etwa dem 19jährigen Basler Naim Zola Mbundu alias Zøla und in der Conference, wo Musikexperten aus dem In- und Ausland spannende Diskussionen führten. Ich staune selbst immer wieder von neuem, wie viel die Schweizer Popmusikszene zu bieten hat!
 
Wie viele Besucher verzeichneten Sie über die Jahre?

Seitdem 2012 erstmals über 6‘000 Besucher unser Festival in Lausanne und Zürich besuchten, hat sich die Zahl bei rund 6‘500 Musikbegeisterten eingependelt. Die Mehrheit besucht die beiden Festivaltage in Zürich, ein kleinerer Teil die Festivaleröffnung in Lausanne.
 
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Austragungsort Schiffbau und Umgebung gemacht?

m4music bespielt den Schiffbau inklusive dem Club Moods, das Exil und meist noch eine weitere zusätzliche Location. Die Besucher schätzen die kurzen Distanzen zwischen den einzelnen Bühnen und damit die Dichte, welche das Festival erzeugt. Der Schiffbau als Locations gefällt vielen Festivalbesuchern, aber auch den Künstlern, wie etwa Alex Kapranos, dem Sänger der Band Franz Ferdinand. Kapranos meinte nach dem Konzert 2009: „I really like the building, the place got a real vibe about it…it definitly creates an atmosphere“ – ihm gefalle das Gebäude, es sei sehr stimmungsvoll!
 
Zwischennutzungen verschwinden aus Zürich West, viele grössere Events wandern in Aussenquartiere ab. Werden Sie mit dem m4m auch in Zukunft in Zürich West bleiben wollen?

Wir fühlen uns sehr verbunden mit diesem Quartier – viele „externe“ Teammitglieder, die nicht beim Migros-Kulturprozent festangestellt sind, aber  auch wir vom Migros-Kulturprozent haben die Büros hier im Quartier. Es existieren keine Pläne, dass m4music abwandert. Im Gegenteil: für die Ausgabe von 2018 möchten wir den neu gestalteten Schiffbauplatz zu einer zentralen Festivalzone machen, mit einer vergrösserten Openair-Bühne und zusätzlichen Food-Ständen.
 
Wie ist der Response vom Publikum zum Standort Zürich West?

Sehr positiv: Auswärtige schätzen die guten ÖV-Anschlüsse, auch zum Flughafen, und diejenigen Einheimischen, die mit dem Velo unterwegs sind, müssen das Flachland nicht verlassen.
 
Was ist der Ausblick für das m4m Festival für die kommenden zwei, drei Jahre?

Uns beschäftigt die Frage: Wie können wir die Qualität hoch halten, unsere sorgsam aufgebauten Stärken pflegen und gleichzeitig innovativ bleiben und dabei die Festivalbesucher immer wieder aufs Neue überraschen?