Michaela Braun, Leiterin Marketing und Kommunikation der Tonhalle

Michaela-Braun

Frau Braun, wie laufen die Bauarbeiten zur neuen Interims-Spielstätte der Tonhalle im Maag-Areal. Sind Sie im Zeitplan?
 
Die Bauarbeiten neigen sich langsam dem Ende zu. Wir sind also im Zeitplan. Ab dem 22.8. gibt es erste Orchesterproben und dann wird im September die Akustik auf Herz und Nieren geprüft und somit können wir dann am 27.9. loslegen. Der Zeitplan ist eng, wenn man bedenkt, dass in 6 Monaten eine Halle gebaut wurde. Es braucht also den vollen Einsatz aller, inklusive der Administration. Man darf nicht vergessen, wir mussten ja die Tonhalle auch noch leerräumen. Und man kann sich vorstellen, dass ein solches Haus, das jahrzehntelang nie geräumt werden musste, ein enormer Kraftakt war – dies ganz selbstverständlich neben der laufenden Saison.
 
Was waren die grossen Herausforderungen an der Konstruktion?

Sicherlich der eng getaktete Fahrplan. Ausserdem muss das Haus von Tag 1 an funktionieren. Wir sind hier nur drei Jahre und man kann also nicht sagen, dass man sich Zeit lassen kann und dann nach 1-2 Jahren alles eingespielt ist wie das bei anderen Bauten oft auch der Fall sein kann. Es muss sofort funktionieren.
 
Wird die neue, urbane Location auch eine Einfluss auf das musikalische Repertoire haben?
Ja, teilweise, haben wir Programme verkürzt, mit visuellen Elementen versehen, andere Anfangszeiten gewählt. Ich denke, dass das Haus den einen oder anderen neugierig machen wird und wir daher die Chance haben, neue Menschen für das Thema zu begeistern, weil u.a. das Setting weniger traditionell ist, was dann aufgeführt wird, ist das gleiche wie in der Tonhalle, nämlich klassische Musik. Wir sind in einem Quartier, welches uns bis heute nicht so auf dem Radar hatte und das ist eine tolle Möglichkeit zu zeigen, dass auch die klassische Musik jeden berühren kann. Man muss nur wollen und neugierig sein.
 
Was gefällt Ihnen persönlich an Zürich West?

Ich habe mich schon früher privat viel hier aufgehalten, da ich mich für Kunst und das Moods interessiere, gerne neue Lokale aufsuche, Angebote mit meinen Kindern nutze. Auf engstem Raum bietet Zürich West also enorm viel und ist gut erreichbar.
 
Weshalb ist die Tonhalle-Gesellschaft Zürich Mitglied bei der Kulturmeile Zürich West geworden?

Weil wir uns dem Quartier schon jetzt verbunden fühlen – und alle – Musiker wie Administration – uns sehr auf diese Gegend gefreut haben. Es ist für jeden persönlich auch ein Neuanfang und das ist hoffentlich eine Bereicherung. Wir konnten hier etwas Neues schaffen und hoffen, dass sich unsere Energie und Freude auf das Quartier und auf die ganze Region überträgt.