CarineZuber-klein

Frau Zuber, wie sind die Reaktionen vom Publikum nach dem Umbau vom Moods?
 
Im Allgemeinen sehr positiv. Die Besucher schätzen die wärmere Atmosphäre, welche durch die rote Farbe und die neue Beleuchtung an der Bar vermittelt wird. Auch das Feedback zur verbesserten Akustik und der freien Sicht von der Galerie auf die Bühne ist durchweg positiv.
 
Neu bieten Sie Konzerte online «live» und «on demand» an. Wie ist der Moods Digital Concert Club angelaufen?
 
Sehr gut, schweizweit wie auch international – die Webseite www.moods.digital wurde schon in 77 verschiedenen Ländern aufgerufen. Man muss dazu sagen, dass das Moods der erste Musikclub weltweit ist, der Konzerte auf einem eigenen Kanal in einer derart hohen Qualität sendet. Sowohl die Künstler als auch die Abonnenten sind begeistert von der guten Ton- und Bildqualität. Mittlerweile stehen bereits mehr als 50 Konzerte auf www.moods.digital On Demand zur Verfügung, zu denen man mit einem kostenpflichtigen Abo den Zugang erhält. Auch dass ein Grossteil der generierten Einnahmen an die Musiker zurückfliesst, wird von allen Seiten sehr begrüsst. Die Zusammenarbeit mit Sennheiser ermöglicht ausserdem, dass wir einige der Konzerte im sogenannten AMBEO 3D Audio anbieten können. Diese Partnerschaft hat zusätzlich eine weltweite Resonanz ausgelöst.

Plant das Moods Specials und grössere Anlässe im Schiffbau?
 
Grösse findet sich in allen Konzerten im Moods und Spezielles im Jazz sowieso – und das sieben Tage in der Woche. Alle anderen Räumlichkeiten des Schiffbaus werden nicht von uns, sondern vom Schauspielhaus betrieben.
 
Wie hat sich Zürich West in den letzten Jahren verändert?
 
Ich wohne erst seit vier Jahren in Zürich, vorher kannte ich in Zürich West nur das Moods. Ich liebe an diesem Quartier, dass es stetiger Veränderung unterliegt, jeder Tag ist anders. Ganz im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Schweizer Wohnquartier, wo Ruhe herrscht, geht es hier 24 Stunden am Tag um Aktivität und Bewegung. Das ist sehr einzigartig für die Schweiz und fruchtbar für Kreativität und Austausch. Wir freuen uns im Moods, dass die ZHdK und ihre Studenten zu uns in die Nähe ins Toni Areal gekommen sind und ich freue mich unter anderem auf die Ankunft der Tonhalle im Quartier. Was Zürich West ausmacht, ist, dass es sehr kontrastreich ist – in der Architektur der Gebäude, in deren Nutzung, den Menschen, die hier verkehren. Ein Beispiel ist der Prime Tower, der sich gleich neben der wilden Geroldstrasse befindet. Etwas unerfreulich ist, dass in letzter Zeit einige neue Wohngebäude gebaut worden sind, die architektonisch überhaupt nicht hierher passen. Ich bin auch gespannt zu sehen, wie es sich entwickeln wird, wenn in diesem Quartier, das von der ständigen Bewegung, von den Clubs und den Bars lebt, plötzlich Leute wohnen sollen, die vielleicht mehr Ruhe brauchen.
 
Weshalb sind Sie Mitglied bei der Vereinigung Kulturmeile Zürich West?
 
Wir finden die Initiative super. Wir fühlen uns im Moods nicht nur als Konzertstelle, sondern als aktiver Teil dieses Quartiers. Der Kulturverein sorgt dafür, dass man einen Überblick über die Angebote in Zürich West erhält. Man wird einerseits über das Geschehen informiert und andererseits eingeladen, mitzudenken und zur Entwicklung des Quartiers beizutragen. So kann dieser ganz eigene Lebensstil, der hier entstanden ist, weiter gepflegt werden. Ich bin überzeugt, dass ein Austausch zwischen den verschiedenen Kulturschaffenden sehr bereichernd sein kann.
 

CarineZuber