News-Update

Die Sanierungsarbeiten am Viadukt erfordern am Sonntag, 7. Juli 2024 eine Sperrung der Limmatstrasse – es wird die Brücke wieder montiert. In den Nächten vom 11./12. und 12./13. Juli 2024 werden zudem Fertigelemente von der Strasse auf die Brücke Limmatstrasse gehoben.

Zürich-West - Das fünfte Viertel

Zürich-West steht wieder zur Debatte

Über die Zukunft des Industriequartiers wird gerade so intensiv diskutiert wie schon lange nicht mehr. Erkennt das politische Zürich nun endlich, was auf dem Spiel steht? Eine Übersicht der Brennpunkte.

Zürich-West steht im Fokus des öffentlichen Interesses. Das klingt erst einmal ernst, finden wir aber im Grunde positiv, denn zu lange wurde weggeschaut und hat jede/r, der/die im Industriequartier eine Parzelle hat, nur für sich gewurstelt. Das scheint sich zu ändern, der Ruf nach einem «Masterplan» für Zürich-West wird lauter.

Das Stadtviertel, eines der innovativsten und dynamischsten an der Limmat, soll besser «kuratiert» werden, um eine lebenswerte Zukunft zu haben, heisst es auf der einen Seite – sie fordert mehr Wohnraum, bessere Erdgeschossnutzungen und attraktive Freiflächen. Die andere Seite, massgeblich renditeorientierte Baugrössen, fordern einen Abbau der bürokratischen Hürden und eine Beschneidung der Einsprachemöglichkeiten, die derzeit vieles blockieren. Und dann gibt es die, welche am liebsten zurück in die Vergangenheit wollen und jede Art der «Gentrifizierung» verteufeln (wir sind es nicht). Nachfolgend drei Themenblöcke, welche die laufende Debatte abbilden.

Zürich-West vor einigen Jahren – das St.Jakob Zentrum ist noch im Bau, die KVA noch grau und mächtig. (Bild: Christian Beutler, Keystone)
Zürich-West vor einigen Jahren – das St.Jakob Zentrum ist noch im Bau, die KVA noch grau und mächtig. (Bild: Christian Beutler, Keystone)

«Politiker, Kulturschaffende und Anwohner sind der Meinung, dass das Quartier Hardbrücke immer steriler und anonymer wird. Sie fordern publikumswirksame Nutzungen», schreibt das Tagblatt der Stadt Zürich

Ginger Hebel vom Tagblatt der Stadt Zürich widmete der zentralen Verkehrsachse von Zürich-West Ende Juni einen ganzseitigen Artikel, der beschreibt, wie das Gebiet zwischen Bahnhof Hardbrücke und Escher-Wyss-Platz zur «sterbenden Asphaltwüste» geworden ist und wie Politiker nach einer «ordnenden Hand» rufen, um einer weiteren Verödung des Gebiets unter und neben der Hardbrücke entgegenzuwirken. Erwähnt wird auch der einstige Autobahnzubringer, der für heutige Begriffe zu breit und zu stark auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet sei. Eine mögliche Massnahme gegen das Absterben des Lebens in Zürich-West sei eine rasche Erhöhung des Wohnungsanteils von derzeit 12 auf 30 Prozent sowie eine bewusstere Nutzung der oft leblosen Erdgeschosse im Quartier. Hier geht's zur Online-Version des Artikels im Zürcher Tagblatt.

Die Hardbrücke – Monstrum und Wahrzeichen zugleich. (Bild: Ginger Hebel/Tagblatt)
Die Hardbrücke – Monstrum und Wahrzeichen zugleich. (Bild: Ginger Hebel/Tagblatt)

«Drei Pensionäre greifen die Zürcher Stadtplanung an – mit PR-Tricks und voller Kriegskasse», so die NZZ

Michael von Ledebur und Marius Huber von der «Neuen Zürcher Zeitung» haben die IG Zürich-Hardbrücke porträtiert, welche die jüngsten Debatten um Zürich-West entscheidet mitprägt. Der Kern der Interessengemeinschaft besteht aus dem legendären Journalisten und Ex-Verleger Köbi Gantenbein (früher «Hochparterre»), dem Ex-Holzhändler Martin Seiz von der Hamasil-Stiftung und dem Immobilien-Profi Martin Hofer.
Die NZZ beschreibt das Trio als gut vernetzte, strategisch denkende und finanziell leistungsfähige Bande von alten, aber keinesfalls altmodischen Gesinnungstätern, die nichts weniger als die Stadt retten wollen. Ihr Fokus ilegt auf der Pfingstweidstrasse, dem Maag-Areal, dem Josef-Areal und demnächst auch auf der Hardbrücke, wo eine weitere Intervention der Gruppe in der Pipeline sei. Den durchaus wertschätzenden Artikel, der nebenbei auch die verquere Geschichte der Bau- und Zonenordnung im Industriequartier noch einmal aufrollt, ist bei NZZ online zu finden. Prädikat: lesenswert! 

Köbi Gantenbein, Martin Seiz und Martin Hofer (Bild: Andrea Diglas/IGZH)
Köbi Gantenbein, Martin Seiz und Martin Hofer (Bild: Andrea Diglas/IGZH)

«So eine Bruchbude stehen zu lassen, das ist für mich krank», sagt ein Leser des Tages-Anzeigers über die bedrohten Maag-Hallen

Auch der Tages-Anzeiger berichtete Ende Mai von dem Urteil des Zürcher Baurekursgerichts, das den Einsprachen der Hamasil-Stiftung und des Zürcher Heimatschutzes Recht gibt und dazu führt, dass die vom Abriss bedrohten Maag-Hallen in Zürich-West noch eine Weile in ihrer bisherigen Form stehen bleiben dürfen. Die Swiss Prime Site (SPS) möchte das Areal neu bebauen, muss jetzt aber die Abklärungen zur Schutzwürdigkeit der alten Industriehallen abwarten, was wahrscheinlich lange dauert. Interessant zu lesen sind bei dem Artikel vor allem die Kommentare der Tagi-Abonnenten – da geht es teilweise gehässig zu und her!
«Was absolut unsäglich ist, wenn sich der Denkmalschutz jahrzehntelang für ein Gebäude nicht die Bohne interessiert, sobald aber die Baubewilligung vorliegt und die Bagger bereit stehen (also im ungünstigsten Zeitpunkt!) kommt der Denkmalschutz und sagt, halt, es muss zuerst noch abgeklärt werden, ob das Gebäude schützenswert ist, und der Bauherr darf solange abwarten und zusehen wie sein Geld zerrinnt», regt sich ein Leser auf, während ein anderer fragt: «Wieso muss eigentlich alles plattgemacht werden, damit die Rendite steigt?» – Hier geht's zum Schlagabtausch der Tagi-Leser*innen

Die Maag-Halle. (Bild: Silas Zindel/TA)
Die Maag-Halle. (Bild: Silas Zindel/TA)

Der Tagi verbringt 24 Stunden im Westen

Der «Tages-Anzeiger» hat ein Reporter-Team losgeschickt, um 24 Stunden lang im Kreis 5 und Zürich-West zu verbringen. Eine kurze Zusammenfassung.

Der «Tages-Anzeiger», von Locals auch einfach nur «Tagi» genannt, ist Zürichs Zeitung des Volkes ... nicht so bourgeois und bürgerlich wie die «NZZ», nicht so bretthart alternativ wie die «WOZ», nicht so schäbig und boulevardesk wie «20minuten« oder «Blick». Mitten im Leben, ein bisschen links, bei den Leuten – das ist der Tagi. Nun hat die Zeitung ein Reporter-Team losgeschickt, um 24 Stunden im Kreis 5 zu verbringen. Die Reportage zeigt den Charakter, die Stärken und auch die Schwächen des Quartiers.

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Sommer-Agenda für Zürich-West

Der erste Teil des Sommers 2024 steht auch in Zürich-West ganz im Zeichen der Fussball-Europameisterschaft in Deutschland. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Tanz ums runde Ledere im Kollektiv beizuwohnen – aber auch einige Gelegenheiten, dem Thema auszuweichen. Unsere Termine für Juni und Juli im Industriequartier.

Auf dem zentralen Schiffbauplatz findet während der ganzen Dauer der EM ein Quartier-Public-Viewing statt. Alle Spiele sind auf grossen Screens zu sehen, es gibt Foodtrucks, eine Bar sowie natürlich das reichhaltige gastronomische Angebot der umliegenden Restaurants und Institutionen.

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Der Kampf um die Neugasse

Um ein schmales Wegstück am Rande von Zürich-West wird erbittert gekämpft: Die Anwohner wehren sich gegen den Velo-Verkehr, doch die Radler wollen nur widerwillig Umwege in Kauf nehmen

Das, was sich am Rande von Zürich-West abspielt, ist exemplarisch für die Stadtentwicklung: Die Einwohnerzahl und der Verkehr nimmt zu, doch niemand will die vielen mobilen Menschen vor seiner Haustür haben.

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Kunst am Bau: ZHdK x Im Viadukt

Studenten der Zürcher Hochschule der Künste haben von der Stiftung PWG den Auftrag erhalten, die durch ein Baugerüst entstellte Einkaufsmeile «Im Viadukt» mit einem XXL-Kunstwerk zu schmücken. Am 11. Mai wird das Ergebnis zu sehen sein.

Das Viadukt nennt sich «Die spannendste Einkaufsstrasse Zürichs» – ein hoher Anspruch, zumal die Meile derzeit durch ein wuchtiges graues Baugerüst der SBB verkleidet ist. Gewerbe und Dienstleister ächzen hinter den grauen Stangen und Folien, Umsatzeinbrüche von 10 bis 50 Prozent sind die Folge der Grossbaustelle, die noch bis im Frühling 2025 dauert.

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Die Brücke wird hochgezogen. (Foto: Urs Jaudas, Tages-Anzeiger)

Brückensanierung im Viadukt

Schwupp – und weg ist sie ... die SBB sanieren das 130 Jahre alte Wipkinger Viadukt und mit ihm die denkmalgeschützten Stahlbrücken. Am vergangenen Wochenende wurden die Brücken aus dem Viadukt gelöst.

Die Sanierung des Wipkinger Viadukts ist eine Grossbaustelle – auf der ganzen Länge ist es eingerüstet, bis Frühling 2025. Am Wochenende von 24./25. Februar 2024 wurden die Stahlbrücken zur Sanierung demontiert und abtransportiert. Ein Spektakel für Baustellen-Fans, denn entsprechend grosses Gerät wurde dazu aufgefahren.

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Das «Jenseits» ist wieder offen

Das lange geschlossene Eventlokal/Café der katholischen Kirche im Viadukt meldet sich mit neuem Team wieder zurück

Lange war der charmante Doppe-Bogen 11/12 an der Josefwiese dunkel und verwaist, nur ab und zu sah man beim Schimmer einer Schreibtischlampe eine Person über seinen Plänen brüten – es war Norbert Nagy, Leiter des «Jenseits» im Viadukt. Der gebürtige Ungare wollte, dass aus dem vielseitig nutzbaren Café und Eventlokal «ein authentischer und weltoffener Begegnungspunkt für junge Menschen» wird.

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Das Gezerre um das Josef-Areal ist in vollem Gange

Kaum ist das ehemalige Areal der KVA Zürich-West ausgeräumt, melden sich schon die verschiedensten Anrainer und Impulsgeber, um aus der grössten Brache des Quartiers etwas Gutes zu machen. Die Frage ist aber: Was ist gut?

In den vergangenen Jahren wurde das zentral gelegene Areal der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage Josefstrasse schrittweise zurückgebaut, saniert und planiert – inzwischen ist die Fläche zwischen Hardbrücke, Viaduktstrasse, Josef- und Pfingsweistrasse eine der grössten brach liegenden Freiflächen der Stadt. Was tun mit der grosszügigen Landreserve?

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(Foto: Urs Jaudas, Tages-Anzeiger)
(Foto: Urs Jaudas, Tages-Anzeiger)

SBB untersagt Weihnachtszauber am Viadukt

Weil es ganz theoretisch einen Kurzschluss geben könnte, der die Bahn lahmlegt, verbietet die SBB kurzfristig das Einschalten der bereits am Baugerüst aufgehängten Weihnachtsbeleuchtung im Viadukt. Für die Gewerbetreibenden ein harter Dämpfer.

Seldwyla im Industriequartier. Da wollte die Stiftung PWG, Verwalterin und Vermieterin der Bögen im Viadukt, ihren derzeit durch die beginnenden Bauarbeiten bereits sehr gebeutelten Mietern eine Freude machen und das Weihnachtslicht aufhängen, legt sich die SBB in letzter Minute quer.

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Google Street View
Jumbo West - Google Street View

Jumbo Hardbrücke macht zu

Der vielseitige Handwerksbedarf- und Haushaltsartikelladen Jumbo an der Hardbrücke schliesst im Frühling 2024. Fürs Quartier ist das Ende des beliebten Geschäftes ein Verlust.

Wie dieser Tage verschiedenen Medienberichten – etwa in der NZZ oder im Tagi – zu entnehmen ist, schliesst die Jumbo-Filiale an der Harbrücke per Mitte März 2024, weil der zwanzigjährige Mietvertrag für die Coop-Tochter ausläuft. Mit dem populären Baumarkt verschwindet eines der frequenz- und umsatzstärksten Geschäfte im Industriequartier.

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Josef will wohnen

Im Kulturpark Zürich-West findet am Donnerstag, 12. Oktober 2023 eine Podiumsdiskussion über die Zukunft des Josef-Areals statt – was soll auf der grössten Brache des Quartiers eines Tages entstehen?

Das Josef-Areal ist ein zentraler Baustein in Zürich-West: die zwischen Pfingstweid-, Josef- und Viaduktstrasse gelegene Parzelle der ehemaligen Kehrichtverbrennung soll in den kommenden Jahren neu genutzt werden. Aber womit?

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